So denkt Leitstand – das Datenmodell
Bevor du loslegst, hilft ein Blick auf das Gesamtmodell: Leitstand besteht aus wenigen, klar abgegrenzten Objekttypen, die miteinander verbunden sind. Wenn du dieses Bild einmal verstanden hast, erklärt sich der Rest fast von selbst.
Im Zentrum steht immer die Applikation. Alle anderen Objekte beantworten je eine Frage rund um sie herum.
Die Objekttypen im Überblick
| Objekt | Beantwortet die Frage | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Applikation | Welche Systeme setzen wir ein? | App-Inventar |
| IT-Infrastruktur | Auf welcher Plattform läuft eine App? | Infrastruktur |
| Geschäftsfähigkeit | Welchen Geschäftsprozess unterstützt eine App? | Fähigkeiten |
| Schnittstelle | Mit wem tauscht eine App Daten aus? | Schnittstellen |
| Externer Partner | Welche Organisation außerhalb ist beteiligt? | Partner-Netzwerk |
| Dienstleister | Wer betreibt oder liefert eine App? | Dienstleister |
| Projekt | Welche Vorhaben verändern unsere Landschaft? | Projekte |
Wie die Objekte zusammenhängen
- Eine Applikation läuft auf einer Infrastruktur (eine Plattform trägt viele Apps).
- Eine Applikation erfüllt Fähigkeiten – und eine Fähigkeit kann von mehreren Apps abgedeckt werden (Viele-zu-viele). Fähigkeiten sind hierarchisch (L1 ▸ L2 ▸ L3).
- Eine Applikation ist über Schnittstellen verbunden – entweder mit einer anderen App oder mit einem externen Partner. Die Schnittstelle hält Richtung, Datenkategorie, Protokoll und die Verbindungsart fest – direkt (Point-to-Point) oder über eine andere App als Gateway/ETL.
- Eine Applikation wird von Dienstleistern betrieben oder geliefert (mit Rolle, z. B. Hersteller oder Hosting).
- Eine Applikation gehört zu Projekten – Vorhaben, die mehrere Apps bündeln.
Was für alle Objekte gilt
Die Objekte teilen gemeinsame Eigenschaften, die Leitstand pflegeleicht und audit-tauglich machen:
- Änderungsprotokoll (Audit-Log) – wer hat wann was geändert (in der Oberfläche bei allen Objekten außer Projekten sichtbar)
- Bestätigung & Aktualität – bei Applikationen und Infrastruktur ein „Haltbarkeitsdatum", das belegt, dass die Angaben geprüft sind (siehe Datenaktualität)
- Tags – freie Schlagworte zum Filtern
- Weiterführende Dokumentation – Links auf Verträge, Wiki-Seiten, Confluence usw.
Warum dieses Modell?
Das Modell ist bewusst high-level gehalten: Es beschreibt Plattformen statt einzelner Server, Fähigkeiten statt einzelner Funktionen, Schnittstellen statt technischer Konfiguration. Genau diese Flughöhe macht Leitstand für IT-Verantwortliche im Mittelstand pflegbar – die Dokumentation bleibt im laufenden Betrieb aktuell, statt im Detail zu veralten.
Du musst nicht alles auf einmal pflegen. Fang mit Applikationen und Infrastruktur an – der Rest (Fähigkeiten, Schnittstellen, Partner, Projekte) lässt sich Schritt für Schritt ergänzen. Siehe Schnellstart.