Infrastruktur anlegen und Apps zuordnen
Infrastruktur-Einträge in Leitstand beschreiben die IT-Plattformen und Laufzeitumgebungen, auf denen deine Applikationen betrieben werden — nicht einzelne Server, VMs oder Cloud-Dienste.
Die kognitive Aufgabe dabei: einen Schritt zurücktreten und fragen
„Welche generellen IT-Plattformen haben wir?" — nicht
„Was für Einzelkomponenten stecken darin?"
Was ein Infrastruktureintrag ist
Ein Infrastruktureintrag steht für eine Plattform oder Betriebsumgebung als Ganzes. Alles, was darunter liegt — Virtualisierung, Netzwerke, einzelne Dienste, Serverinstanzen — ist in Leitstand irrelevant. Das gehört in Architektur- und Betriebsdokumentation anderer Werkzeuge.
Richtige Infrastruktureinträge:
Rechenzentrum Standort Hamburg— egal was darin steht, wie es virtualisiert ist oder welche Server dort stehenAzure-Tenant Produktion— nicht welche Azure-Dienste, VMs oder Ressourcegruppen darin existierenHetzner Managed HostingAWS-Account EU-CentralServerraum Filiale MünchenColocation RZ Anbieter XY
Keine Infrastruktureinträge in Leitstand:
- Einzelne VMs oder Server (
srv-erp-prod-01) - Datenbankinstanzen
- Netzwerksegmente oder VLANs
- Einzelne Cloud-Dienste (Azure Blob Storage, AWS Lambda, etc.)
- Deployment-Details einer Applikation
Daumenregel Wenn du beim Benennen des Eintrags einen technischen Bezeichner wie eine IP, einen Hostnamen oder einen Cloud-Ressourcenbezeichner tippst — bist du zu tief. Ein Infrastruktureintrag hat immer einen für einen IT-Leiter verständlichen Namen.
Wozu Infrastruktur dokumentieren?
Wenn eine Plattform gewartet, migriert oder abgeschaltet wird, musst du sofort wissen: Welche Applikationen hängen daran? Diese eine Frage rechtfertigt den gesamten Aufwand der Infrastruktur-Dokumentation in Leitstand.
Darüber hinaus macht die Plattform-Zuordnung sichtbar:
- Wer betreibt die Umgebung — intern oder ein Dienstleister?
- An welchem Standort liegt die Laufzeitumgebung?
- Welche Applikationen wären bei einem Ausfall betroffen?
Infrastruktureintrag anlegen
- Navigiere zu Inventar → Infrastruktur
- Klicke auf „+ Neue Umgebung"
- Fülle die Stammdaten aus
Felder im Überblick
| Feld | Beschreibung |
|---|---|
| Name | Sprechender Name der Plattform (z. B. Rechenzentrum Hamburg, Azure-Tenant Produktion) |
| Typ | Siehe Tabelle unten |
| Betreiber | Interner IT-Betrieb oder externer Dienstleister |
| Standort | Physischer Standort oder Cloud-Region |
| Beschreibung | Optionaler Freitext — wofür wird diese Umgebung genutzt? |
Plattform-Typen
| Typ | Typische Beispiele |
|---|---|
| On-Premise Datacenter | Eigenes RZ, gemietetes Colocation-RZ |
| Cloud IaaS / Tenant | Azure-Tenant, AWS-Account, GCP-Projekt |
| Managed Hosting | Hetzner Managed, IONOS Hosting-Paket |
| Hybrid-Umgebung | On-Prem + Cloud, verbunden über VPN/ExpressRoute |
| Sonstiges | Externe Betreiberumgebung eines Dienstleisters |
Applikation mit Infrastruktur verknüpfen
Es gibt zwei Wege:
Weg 1 – Von der Applikation aus:
- Öffne die Applikations-Detailseite
- Scrolle zum Abschnitt „Laufzeitumgebung"
- Klicke „Infrastruktur hinzufügen" und wähle aus der Liste
Weg 2 – Von der Infrastruktur aus:
- Öffne die Infrastruktur-Detailseite
- Scrolle zum Abschnitt „Zugeordnete Applikationen"
- Klicke „Applikation zuordnen"
Beide Wege führen zum gleichen Ergebnis.
Praxisbeispiele
Mittelständisches Unternehmen, klassische IT:
Rechenzentrum Standort Köln— On-Premise, betrieben durch interne ITAzure-Tenant Produktion— Cloud IaaS, betrieben durch interne ITSharePoint Online (M365-Tenant)— als Managed-Hosting-Plattform für alle M365-basierten Apps
Unternehmen mit externem Dienstleister:
Managed Datacenter Dienstleister XY— Colocation, Betrieb durch externen Dienstleister, Standort FrankfurtAWS-Account Produktion— Cloud IaaS, betrieben durch Dienstleister XY
In beiden Fällen gilt: Leitstand braucht nicht zu wissen, was technisch dahinter steckt. Es reicht zu wissen, dass die Plattform existiert, wer sie betreibt — und welche Apps darauf laufen.